Make me good God... But not yet.

  Startseite
    Welcome to my world
    Every Day Drivel
    My wonderland
    Rabbits Hole
    Dream Journal
    Favorite Things
    Highway to Hell
    [poetry slogan]
    Sams Journal [Arbeitstitel]
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Larali
   Amy




  Letztes Feedback



http://myblog.de/demon-pie

Gratis bloggen bei
myblog.de





14. Kapitel

Hätte nun jemand die Güte, mir mal zu erklären, was hier eigentlich los ist?“, fragte Sam, der damit begonnen hatte, hin und her zu laufen, wie ein Tier im Käfig.

Ich habe alles gesagt, was ich weiß.“, meinte Lara, die sich damit geschickt aus der Affaire zog. Sie saß im Schneidersitz auf dem Bett und schüttelte den Kopf.

Sam blieb stehen und guckte die Kinder an, die neben Lara Hand in Hand saßen.

Aber es schien so, als wollten sie nicht damit anfangen zu reden. Anstatt etwas zu sagen, reichte der Junge Sam ein Stück Papier. Es war zwei mal gefaltet und es sah so aus, als wären sie oft auf und zu gefalten worden. Nun wurde er ein weiteres Mal geöffnet und gelesen. Wie Sam sofort sah, war der Brief von Dean... Er erkannte seine Schrift sofort.

Er starrte zu den Kindern.

Dean... Ich meine... er wusste, dass es euch gibt?“, fragte Sam verdattert.

Natürlich hat er das gewusst. Er hat uns öfters besucht und uns immer geschrieben. Na ja... Das war sein... letzter Brief...“, erklärte das Mädchen. Sie sah so aus, als wäre sie kurz davor, zu weinen.

Sam wusste nicht, was er darauf erwidern sollte und las stattdessen den Brief weiter:


Lieber Kim, liebe Samantha,

wenn ihr diese Zeilen lest, dann werde ich nicht mehr auf dieser Welt wandeln. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob Kinder in eurem Alter das verstehen können, was ich euch nun zu sagen versuche. Ich werde nicht mehr zu besuch kommen können und auch schreiben kann ich euch nicht mehr. Nicht, dass ich es nicht wollte, denn ich habe euch eigentlich sehr lieb, auch, wenn ich das oftmals nicht zeigen kann. Ich hoffe, dass ihr dies wisst.


Nun, was ich damit versuche, zu sagen, ist, dass ich nicht mehr da sein werde. Zumindest nicht körperlich. Ihr müsst wissen, dass ich immer in euren Herzen sein werde, so wie mein Vater immer in meinem Herzen war, auch, als er eben nicht mehr da war.


Ich glaube, ihr versteht kein Wort von dem, was ich hier schreibe. Na ja, da eure Mutter ja auch Bescheid wissen wird, was mit mir geschehen ist, hoffe ich, dass sie euch das genauer erklären wird und auch so, dass ihr es versteht...


Meine kleinen Würmchen, ich hoffe, dass euer Leben so läuft, wie ihr euch das wünscht und dass euch niemals Schlimmes zu stoßen wird.


Euer Vater Dean.


Als Sam den Brief gelesen hatte, hatte er Tränen in den Augen. Wieso wusste er nicht, dass Dean Kinder hatte? Warum hatte er ihm das nie gesagt? Wenn Sam sich die kleinen Monster ansah, dann schienen sie um die 10 Jahre alt zu sein. Zehn Jahre, in denen Dean nie ein Wort zu ihm gesagt hatte, darüber dass Sam Onkel war. Und in den 3 Jahren, in denen sie zusammen durch die Gegend gefahren waren, hatte er auch nichts gesagt. Kein Sterbenswörtchen. Wieso hatte er denn nie etwas gesagt?

Und überhaupt, seit wann wusste Dean eigentlich, dass er Kinder hat?

Sam war geschockt über die neuen Ereignisse. Er musste sich nun definitiv erst mal setzen. Deshalb lief er zu dem Sessel, der im Raum stand und ließ sich darauf fallen. Er las sich den Brief ein weiteres mal durch und konnte es nicht glauben... Was für Überraschnungen warteten noch auf ihn?!

18.4.10 00:48


13. Kapitel

Bedacht darauf, keinen Lärm zu machen, trat Sam ans Bett. Sein Herzschlag hatte sich verdreifacht. Plötzlich war er hellwach. Er wusste, das ein einziger Fehler, egal wie klein er sein mochte, ihm das Leben kosten könnte. Und im Moment hatte er keinen, der ihm aus der Patsche helfen konnte. Früher, wenn er in Gefahr geriet, half ihm stets Dean da wieder raus. Aber der war ja nicht da. Also bemühte er sich, jetzt keinen Fehler zu machen. Langsamen Schrittes und den Atem anhaltend ging er zu seinem Bett. Als er vorsichtig die weiße Bettdecke wegzog und letztendlich sah, was sich unter der Decke befand, stockte er. Es waren nur zwei Kinder, die schlafend auf dem weißen Laken lagen. Sam hielt in seiner Bewegung inne. War das hier ein mieser Dämonentrick, oder waren es wirklich zwei kleine Kinder, die dort in seinem Bett lagen?! Das war hier die Frage. Aber wie sollte er dieses nun herausfinden? Er konnte die Kinder schließlich nicht einfach töten, und später herausfinden, ob sie Dämonen waren oder nicht... Andererseits, falls es Dämonen waren, dann konnte jede Sekunde, die er wartete, bedeuten, dass es seine letzte war... Eine Weile stand er unentschloßen so da und versuchte, keinen Lärm zu machen. Er musste nachdenken und es war besser, wenn die Kinder dazu noch nicht aufwachen würden... Das Problem daran war, dass alles – wie eigentlich immer im Leben – anders kam, als Sam sich das gewünscht hätte. Denn die Tür seines Zimmers wurde mit einem Mal aufgestoßen, so dass die Tür an die Wand knallte. Irgendwann würde er noch mal mächtig Ärger bekommen, weil er ständig Unruhe in den Motels stiftete, in denen er übernachtete. Auch, wenn es nicht immer er war, der Unruhe stiftete, war er doch stets dafür verantwortlich. Wenn das eines Tages die Runde machte... „Keine Bewegung, Sam!“, rief eine ihm bekannte Stimme. Oh nein. Das konnte doch nicht wahr sein. Er hatte gedacht, dass sie sich nicht mehr in seine Angelegenheiten einmischen wollte. Nun war sie aber da, stand in der Tür zu seinem Zimmer und starrte ihn böse an. Die Kinder schreckten aus ihrem Schlaf auf und Sam selbst wurde ein wenig ärgerlich. Er hatte das Messer von Ruby ausversehen fallen lassen, weil er sich ebenfalls erschrocken hatte... „Was machst du denn hier?“, zischte Sam, der nicht noch mehr unnötigen Lärm machen wollte. Natürlich war ein Motel etwas anderes als ein Hotel, aber das hieß ja noch lange nicht, dass man nachts Terror machen konnte. „Ich verhindere, dass du etwas unüberlegtes tust. Mal wieder!“, meinte Lara, die mittlerweile wohl auch eingesehen hatte, dass sie etwas leiser sein musste. Sie betrat nun ganz das Zimmer und schloß die Tür hinter sich. Sam hob das Messer auf, nur, um irgendetwas zu tun zu haben. Er war sich unsicher, was nun passieren würde. Seit Dean fort war, ging alles drunter und drüber. Fort waren die Zeiten, in denen Sam einfach nur Jagen ging, zusammen mit seinem Bruder... Die Kinder, hierbei handelte es sich um einen Jungen und ein Mädchen, sahen die beiden Erwachsenen mit großen Augen an. Sie schienen ängstlich zu sein, was, nach dem Schreck, den sie gerade erlitten hatten, kein Wunder war. „Sam, ich weiß, was ich dir versprochen hatte. Aber... Ich hatte eine... Vision und... na ja, nun bin ich jedenfalls hier.“ „Oh... Wie aufschlußreich deine Erklärung doch ist.“, meinte Sam, nicht ohne gewisse Ironie. Er hatte damit begonnen, das Messer zwischen seinen Fingern zu drehen. Er wirkte äußerst gefährlich, auch, wie er guckte. Kein Wunder, dass die Kinder Angst vor ihm hatten. „Okay, okay. Du hast ja recht. Also...“, begann Lara, während sie sich zu den Kindern aufs Bett setzte, sie dabei freundlich anlächelte, um sie ein wenig zu beruhigen. „Die Sache ist so.“, fuhr sie fort, „... Ich hatte neulich Nacht eine Vision... Du kennst das ja selbst... Jedenfalls habe ich in dieser Vision gesehen, dass du... ein Kind umbringst... Und na ja, da habe ich halt überlegt, was zu tun ist. Und ich bin zu dem Schluß gekommen, dass du nicht einfach ein Kind töten kannst! Also habe ich ein paar Nachforschungen angestellt und letztendlich heraus gefunden, wo du dich aufhälst! Und nun bin ich hier, um dich aufzuhalten!“ „Moment mal... Sie wollten... uns umbringen?“, mischte sich nun der Junge der beiden Kinder ein. Er sah Sam nun direkt an und es schien so, als habe er seine Angst völlig verloren. Nun sah er eher wütend aus. „Sie kennen uns doch noch nicht mal!“, stellte er fest, „und sie sollen unser Onkel sein? Pff... Da verzichte ich freiwillig drauf. Sam, lass uns gehen.“ Diese Aussage führte zu missverständnissen. Denn Sam fühlte sich natürlich angesprochen. Aber er konnte ja nicht wissen, dass das Mädchen Samantha hieß und die Abkürzung dementsprechend Sam war. Schon wollten die beiden Kinder, die nicht älter als 10 Jahre alt sein konnten, verschwinden. Lara verhinderte dies allerdings. Sie sprang auf und stellte sich vor die Tür. „Es ist besser, wenn wir die Sache jetzt regeln!“, meinte sie und drängte die Kinder zurück zum Bett. Widerwillig ließen sie sich darauf fallen. „Was soll das heißen „unser Onkel“? Ich habe... Dean hat... Das kann nicht...“, stammelte Sam. Irgendwas lief hier gewaltig schief. Und er wusste nicht mehr, wo ihm der Kopf stand...
18.4.10 00:48


12. Kapitel

Während Sam weitere Seiten seines Buches und damit ein Stück der inneren Leere füllte, hatte jemand anderes, an einem anderen Ort ein ganz anderes Problem. Sie lief durch die Straßen der kleinen Stadt 'Sioux Falls', auf der Flucht vor ihrem eigenen, kleinen Albtraum. Sie, von ihren Eltern immer nur Fuchen genannt, rannte schon beinahe...

Was sie sich in diesem Moment fragte, war, ob sie langsam verrückt wurde. Na ja, eigentlich wusste sie schon länger, dass sie nicht ganz normal war...

Aber DAS war selbst für sie ein klein wenig ZU verrückt. Ein Engel, der einen verfolgte, war wohl für jedermann alles andere als normal. Wahrscheinlich bildete sie sich das auch nur ein. Das wäre schließlich nicht das erste mal. Als sie zwölf Jahre alt war, hatte sie so etwas änliches schon einmal. Sie hatte einen erfundenen Freund, namens Sam. Aber letztendlich haben die Psychologen ihren Eltern gesagt, dass viele Mädchen ihren Alters erfundene Freunde hatten, vorallem dann, wenn die Eltern – was in ihrem Fall zutraf – nicht viel Zeit hatten, weil sie viel arbeiteten. Oder aber – was auf sie ebenfalls zutraf – man erlebte etwas außergewöhnlich Schreckliches...

Aber nun war sie bereits 19, fast 20 und sie sollte keine imaginären Freunde mehr haben. Und schon gar keinen, der sich für einen verdammten Engel hielt.

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass der 'Engel' wirklich einer war, was wollte er dann von IHR?! Sie war nichts besonderes und, wie schon erwähnt, ein wenig verrückt...

Das Problem war, dass besagter Engel selbst nicht genau wusste, was er eigentlich vor hatte. Er sprach ständig nur von einer 'spontanen Eingebung' und 'unveränderlichem Schicksal'. Es war absolut klar: Der Typ hatte einen Schaden!

Und sie musste sich mit ihm herum schlagen. Verrückte Welt.

Warum rennst du denn so?“, fragte Jael – das war übrigens der Name des verrückten Engels – der um einiges schneller war, als Fuchen es jemals sein würde.

Sie blieb stehen, schwer atmend. Sie schnappte nach Luft.

Warum... lässt du... mich nicht... in Ruhe...“, fragte sie, sich nach vorne beugend und ihre Hände auf ihren Oberschenkelnd abstüzend.

Pff... Keine Ahnung! Es... macht Spaß?!“

Du bist so... so ein Idiot!“

Jael, der direkt neben ihr stand, zuckte mit den Schultern... Es konnte eine lange Nacht werden...



Sam schloß die Tür zu seinem Motelzimmer auf. Es war, so vermutete er, sehr spät und er war müde und geschafft. Der Tag war anstrengend gewesen. Er hatte mal wieder eine „Unterrichtsstunde“ bei Ruby gehabt. Er hatte zum ersten Mal geschafft, einen Dämon mit seiner eigenen Kraft zu töten. Nicht nur einfach in die Hölle zurück zu schicken. Aber nun war er fertig... Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch...

Das einzige, was er jetzt wollte, war schlafen. Eine Dusche wäre auch nicht schlecht, aber dafür fehlte ihm die Kraft und die Lust. Er würde sich gleich einfach in sein Bett fallen lassen...

Wie hätte er wissen können, das daraus in dieser Nacht nichts mehr werden würde...

Als er die Tür des Zimmers endlich geöffnet hatte – aufgrund der Dunkelheit konnte er das Schlüßelloch nämlich nicht finden – und das Licht eingeschalten hatte, musste er feststellen, dass irgendjemand in seinem Raum war. Kleine Papierschnipsel und Schokoladenpapiere lagen überall auf dem Boden verstreut. Außerdem war der kleine Fernseher eingeschaltet, der auf der Kommode stand. (Worüber Sam nicht besonders erfreut war, schließlich war das nicht im Preis mit inbegriffen und so würde er eine Menge Geld dafür bezahlen müssen. Geld, dass er nicht hatte...)

Aber das war noch nicht das einzige. In seinem Bett lag jemand... Die Beule unter der Decke bezeugte dies. Wer zur Hölle...

Sam zückte das Messer, dass er von Ruby bekommen hatte – ihr Specialdämonentötungsmesser – und schlich sich zu seinem Bett. Er hoffte, dass es nichts allzu böses sein würde. Er musste schlafen und zwar dringend. Da konnte er auf Dämonen, Geister, Ghols (und was es noch alles an übernatürlichen Sachen gab) verzichten...

18.4.10 00:47


11. Kapitel

Sam fand schnell heraus, was in der Stadt vor sich ging. Es war einfach nur eine kleine, silberne Münze, auf der ein sehr starker Zauber lag. Nichts, womit Sam nicht umgehen konnte. Er hatte auch bald herausgefunden, wer derjenige war, der die Münze in den Brunnen geworfen hatte... Und wer damit der einzige war, der sie wieder rausholen konnte. Und letztendlich hatte er es geschafft, diesen jemanden dazu zu überreden, sie raus zu nehmen. Er wollte es zuerst nicht, weil er sich gewünscht hatte, dass ein Mädchen, in das er sehr lange Zeit verliebt war, ihn nun auch liebte... Aber letztendlich hatte Sam den Fall gelöst...

So... Das scheint unser Abschied zu sein.“, sagte er zu der neben ihm stehenden Lara. Sie befanden sich vor dem Restaurant.

Ich wäre mir allerdings nicht so sicher, dass das ein Abschied für immer ist, Sam.“, antwortete sie ihm, ohne ihn dabei anzusehen. Er war nicht erfreut darüber, dies zu hören.

Ich dachte eigentlich, dass du mir versprochen hattest, mich in...“

... in Ruhe zu lassen? Das tue ich auch. Aber... ich bin mir sicher, dass du mich eines Tages noch mal benötigen wirst. Du wirst mich ausfindig machen, da bin ich mir sicher. Aber... um dir die Sache etwas zu erleichtern: hier ist meine Adresse plus Telefonnummer und meine E-mail-Adresse. Ich bin mir sicher, dass du mich noch mal brauchen wirst. Und ich werde da sein.“

Sie gab ihm einen Zettel und ging davon, ohne ein weiteres Wort zu verlieren.



6. Eintrag - 31 Mai 2008

Fast ein Monat ist nun vergangen, seit... Ich kann es immer noch kaum glauben, geschweige denn, niederschreiben. Ich frage mich, wann ich endlich damit klar komme. Wann realisiere ich endlich, dass er weg ist und nicht wieder kommen wird? Es ist zum Verzweifeln.

Ich kann doch nicht mein restliches Leben lang daran denken, dass er weg ist.

irgendwie muss das leben doch weiter gehen, irgendwo muss es doch etwas geben, was mich stark werden lässt. etwas, wofpr es sich zu leben lohnt. etwas, das womöglich sogar etwas mit dean selbst zu tun hat...

Ruby war bis jetzt auch keine große Hilfe. Sie war zwar für mich da, in den letzten Tagen... und... ich habe ein paar Dinge von ihr gelernt, die mir im Kampf gegen die Dämonen helfen können, aber Dean konnte ich ihretwegen sicher nicht vergessen...

Lara hat sich nicht mehr gemeldet. Letztendlich hat sie ihr Versprechen gehalten. Ich habe ein paar Recherchen über sie gemacht. Aber viel habe ich nicht herausgefunden. Abgesehen davon, dass sie über all die Dinge, die sie gesagt hat, anscheinend die Wahrheit gesagt hat.

Ich habe eine Geburtsurkunde gefunden, ein paar Zeugnisse – sie ist sehr gut in Englisch und Deutsch, aber nicht so besonders gut in Mathe....

Und auch ihre aktuelle Adresse, die sie mir an unserem letzten Tag gegeben hat, ist richtig. Sie ist seit dem auch nicht mehr umgezogen, auch, wenn sie in ihrem Leben einige Umzüge durchgemacht hat.

Was ich weiterhin herausgefunden habe, ist, dass sie einige Therapien hinter sich hat... Ihre Mutter starb, als sie sechs Monate alt war – genau, wie sie angegeben hatte...

Ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich von ihr halten soll. Sie ist ein komischer Mensch. Na ja, vielleicht ist auch einfach nur die Tatsache komisch, dass sie mir diese Dinge erzählt hat. Woher wusste sie so viel über mich? Um ehrlich zu sein, hatte ich auch ein paar Recherchen über mich selbst und Dean im Internet gemacht. Und da standen nicht viele Dinge. Gut, diese komischen möchte-gern-Jäger „Ghostfacers“ haben uns desöfteren erwähnt... Aber im Großen und Ganzen gibt es absolut nichts über uns. Natürlich, hätte ich etwas tiefer gegraben, dann hätte ich vielleicht früher oder später einige Polizeiakten gefunden, vielleicht sogar Geburtsurkunden... Aber ich bin mir fast sicher, dass Lara nicht über das nötige Repertoire verfügt, um solche Nachforschungen anzustellen.

Woher weiß sie also, wer ich bin? Diese Frage wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen. Aber fürs erste werde ich mich darauf konzentrieren, Lilith zu besiegen und weitere Dinge von Ruby zu lernen! Und hoffentlich kann ich so meine Trauer über Deans Verlust vergessen....

18.4.10 00:46


10. Kapitel

Lara setzte sich auf die Kante von Sams Bett in dem er lag und keine Anstalten machte, sich zu ihr umzudrehen. Er hatte immer noch starke Schmerzen und eigentlich wäre er jetzt lieber alleine gewesen. Zu allem Überfluß musste nun auch noch sein Handy klingeln. Da sein Telefon sich auf dem Tisch befand, der in dem Zimmer stand und der Tisch viel zu weit weg war, konnte er nicht rangehen. Er wusste aber, wer dran sein musste: Ruby. Und das letzte, was er wollte, war mit Ruby zu sprechen, wenn Lara in der Nähe war. Ruby würde sie nicht mögen. Und dass Lara Ruby nicht mochte, das wusste er ja bereits.

Willst du nicht rangehen?“, fragte Lara, die, abgesehen von einem Satz noch nichts gesagt hatte, seit sie angekommen war.

Nein, will ich nicht. Und nun fände ich es herrlich, wenn du gehen würdest.“

Lara stand auf. In Sam kam die aberwitzige Hoffnung auf, dass sie gehen würde. Was sie natürlich nicht tat. Stattdessen ging sie zu Sams Handy und... ging ran. Sam konnte es nicht glauben. Augenbblicklich setzte er sich auf, was er sofort wieder bereute. Seine Übelkeit kam zurück und er beugte sich über den bereitstehenden Eimer.

Hallo? Ach... Du bist das. Hör mal zu... Du... Sumpfhuhn. Lass Sam in Ruhe! Er braucht dich nicht. Er braucht überhaupt niemanden und dich schon mal gar nicht. Geh sterben.“

Damit hatte sie wieder aufgelegt.

Was zur Hölle hast du getan?“, fragte Sam, der damit aufgehört hatte, sich zu übergeben.

Ich habe nur... Ach, was erzähle ich dir das überhaupt? Was mach ich mir überhaupt die Mühe mit dir? Du glaubst mir ja doch nicht. Alles, was ich sage oder tue... Du wirst... es nicht verstehen und mir nicht glauben. Und da ist nichts, was ich tun kann, um dir begreiflich zu machen, was hier abgeht. Ich denke... vielleicht... Ich lasse dich in Ruhe – und zwar solange, bis du nach meiner Hilfe verlangst – wenn du diesen Fall hier in dieser Stadt löst!“, erklärte Lara. Sie sah ihn mit schiefgelegtem Kopf an, wartete auf eine Antwort.

Gut, wenn du versprichst, mich danach in Ruhe zu lassen...“

Versprochen! Lass uns jetzt über den Fall reden. Da ist, wie ich schon sagte, ein Brunen in diesem Chinarestaurant. Und... Wenn man da eine Münze reinwirft und sich was wünscht, dann... wird es wahr. Ich zum Beispiel habe mir gewünscht, dass, wenn du aus dieser Stadt rausfährst, es dir so mies gehen wird, dass du absolut keine andere Wahl hast, als zurück zu fahren. Und, wie ich sehe, hat das wunderbar geklappt. Ach so... Falls du dich fragst, woher ich wusste, dass du hier bist... Das war eine meiner kleineren Visionen. Du musst mir nicht glauben, dass das, was ich sage, der Wahrheit entspricht... Aber welche andere Erklärung gibt es sonst?“

Sam sah sie an, versuchte, heraus zu finden, was sie von ihm wollte, was letztendlich ihr Plan war. Aber er konnte nichts an ihr finden, was in irgendeinerweise vielleicht dämonisch oder übernatürlich zu sein schien. Sie war nur... nur ein Mensch. Ein Mensch wie er. Wenn er sie so betrachtete und darüber nachdachte, hatten sie einiges gemeinsam. Das heißt, wenn sie die Wahrheit gesagt hatte... Dann hatte sie durch Azazel ebenfalls ihre Mutter verloren. Und sie hatte Dämonenblut in sich. Genau wie er... Aber reichte das, um ihr zu vertrauen? Konnte er überhaupt irgendwem vertrauen?

Durch das Erneute klingeln seines Handys, wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Noch ehe er in irgendeiner Weise reagieren konnte, hatte Lara das Telefon in ihren Händen und drückte den roten Höhrer.

Du kannst mit Ruby reden, wenn das hier vorbei ist. Ich bin zwar wirklich nicht davon angetan, dass du vorhast, immer noch gemeinsame Sache mit dieser... Bitch zu machen. Aber das ist deine Entscheidung. Ich kann dich nicht davon abhalten. Aber jetzt werden wir das hier erst mal zu Ende bringen, danach kannst du tun, was du willst... Wir treffen uns... sagen wir... morgen im Chinarestaurant. Um ein Uhr. Ich warte auf dich und wehe, du kommst nicht. Ich werde dich finden!“

Damit verschwand sie. Sam ließ sich zurück aufs Kissen sinken. Was zur Hölle ging hier eigentlich vor?

18.4.10 00:45


9. Kapitel

Sam war schon fast an der Grenze der Stadt, als sein Handy klingelte. Er stöhnte, weil er befürchtete, dass Lara ihn nun auch noch per Telefon stalken würde. Dass es quasi unmöglich war, dass sie seine Nummer hatte, daran dachte er nicht. Er kramte sein Telefon aus seiner Jackentasche und drückte auf den grünen Hörer. Zu seiner Überraschung war es nicht die Stimme, die er erwartet hatte.

Sam? Wo bist du?“, es war Ruby, die ihm diese Fragen stellte. Für einen Moment setzte sein Herz aus. Mit ihr hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Hatte sie nicht gesagt, sie habe noch eine Menge Dinge zu klären? Er hatte eigentlich angenommen, dass sie sich frühestens in ein paar Wochen melden würde.

Äh...“, war alles, was er in diesem Augenblick herausbrachte.

Sam?“, hörte er Ruby sagen. Sie klang allamiert.

Ähm... Jaah, zur Zeit bin ich noch in Concrete, Washington, aber ich bin auf dem Weg... irgendwo....“

Plötzlich und völlig unerwartet, überkam Sam ein Gefühl, als müsse er sich sofort übergeben. Beinahe wäre er auf die gegenüberliegende Fahrbahn geraten. Gut, dass zur Zeit, nicht besonders viele Menschen mit dem Auto unterwegs waren. Das hätte auch zu einem Unfall führen können.

Als die Schmerzen zunahmen, schnappte er nach Luft. Er schaffte es kaum noch, gerade aus zu fahren. Er musste dringend anhalten, weshalb er die nächste Ausfahrt sofort mitnahm.

Sam, was ist denn los? Geht’s dir nicht gut?“, wurde er von Ruby gefragt.

Mir... geht’s grad... gar nicht gut.“, sagt er, zwischen zusammengebissenen Zähnen. Woher kamen diese plötzlichen Schmerzen? Was war bloß mit ihm los?

Sam? Was ist denn los, verdammt?“, rief Ruby, nun deutlich über Sams Verhalten verwirrt und besorgt.

Ich... weiß es... nicht. Ich... ruf später noch mal an.“, meinte er, ehe er ohne auf eine Antwort zu warten, auflegte. Er fand einen Parkplatz auf dem er halten konnte. Noch bevor der Wagen richtig hielt und mit noch laufendem Motor stürzte er aus dem Impala und übergab sich auf den Asphalt. Er fühlte sich hundeelend und das, obwohl es ihm heute Morgen eigentlich, zumindest körperlich sehr gut ging. Er hatte keinerlei Beschwerden gehabt. Und jetzt fühlte er sich, als müsse er jeden Augenblick sterben... Wenn dies das Ende war, dann war es ein beschissenes...

Er setzte sich wieder in seinen Wagen, lehnte seinen Kopf ans Lenkrat und wartete... wartete auf ein Wunder, nämlich dass die Schmerzen wieder nachließen. Aber das taten sie nicht...

Aber glücklicherweise wurden sie auch nicht schlimmer. Er überlegte, was er nun tun sollte. Einen Arzt aufzusuchen hielt er für ein kleinwenig zu übertrieben. Immerhin hatte er schon ganz anderes durchlebt, Wunden durch übernatürliche Wesen erlitten, die ihzm beinahe sein Leben kosteten... Und da war er schließlich auch nicht einfach zum Arzt gegangen. (Was wohl vorallem daran lag, dass er diese Wunden nie erklären hätte können, egal, was er gesagt hätte. Und natürlich auch daran, dass Dean von der Idee, zu einem Arzt zu gehen, sicher nicht begeistert gewesen wäre...)

Wie dem auch war. Er konnte in seinem Zustand jedenfalls schlecht die Stadt verlassen. Er hatte es ja nicht mal ganz aus der Stadt geschafft. Es war wohl besser, wenn er zurück fahren und sich für die nächste Nacht ein neues Zimmer besorgen würde. Er hatte beim Verlassen der Stadt gesehen, dass es ein weiteres Motel gab. Dort konnte er fürs erste unterkommen und sich nicht der Blöße hingeben, zu dem anderen Motel zurück zu fahren. Wie würde das aussehen, wenn er dort wieder aufkreuzen würde, wo er doch gerade erst ausgecheckt hatte? Das wäre ihm ein wenig zu peinlich.

Eine halbe Stunde später lag Sam auf einem Bett in dem besagtem anderen Motel. Er hatte einen roten Eimer neben seinem Bett zu stehen, nur für den Fall, dass er sich wieder übergeben musste.

Im Augenblick ging es ihm wieder... nicht gut, aber besser. Immerhin fühlte er sich nicht so, als wollte sein gesamter Magen sich nach außen kehren. Es fühlte sich jetzt nur noch so an, als habe er ganz normale Bauchschmerzen...

Vielleicht, überlegte er, sollte er doch in Erwägung ziehen, einen Arztbesuch zu tätigen. Möglicherweise hatte er einen Darminfekt, oder irgendwas anderes ekliges... Andererseits glaubte er eigentlich nicht an solche „normalen“ Sachen. Ihm passierten nur übernatürliche Dinge! Vielleicht hatte er... irgendeine Geistkrankheit oder so was. Bei dem Gedanken musste er stöhnen. Er könnte Bobby anrufen, der kannte sich mit so etwas aus und war schon viel länger im Jägergeschäft, als er es vielleicht sein wird...

In diesem Moment klopfte es an seine Tür. Er stöhnte. Wer war das denn jetzt schon wieder? Doch nicht etwa...

Die Tür wurde geöffnet. Es war anscheinend nur der Zimmerservice. Zumindest sollte der Zimmerservice das einzige sein, was seine Tür, ohne sie komplet zu zerstören, aufmachen können sollte...

Wie ich sehe, scheint mein Wunsch funktioniert zu haben!“, hörte er eine mittlerweile allzu bekannte Stimme, was ihn abermals stöhnen lies.

Was... hast du getan, Lara?“

18.4.10 00:44


8. Kapitel

Sam war gerade dabei, seine Tasche zu packen, als es an seiner Tür klopfte. Er zuckte erschrocken zusammen, hatte er nicht wirklich damit gerechnet, dass ihn jemand besuchen würde. Er konnte sich allerdings schon denken, wer vor der Tür war. Und er würde sie ganz sicher nicht öffnen. Er wollte sich nicht schon wieder einem verrückten Gespräch aussetzen, das ihn ihm falsche Hoffnungen schürte, die er zu vergessen suchte...

Aber das Klopfen ging weiter, unbarmherzig. Wie hatte er auch annehmen können, dass diese Frau ihn in Ruhe lassen würde?! Die Frage war nur, warum sie ihn nicht in Frieden ließ. Was versprach sie sich davon? Wollte sie sich an ihn ranmachen? Oder war das, was sie sagte, vielleicht doch die Wahrheit? Es war immer noch möglich, dass sie das, was sie sagte, für wahr hielt, ohne, dass es das auch wirklich war. Vielleicht war sie einfach nur eine arme Verrückte...

Egal, was es war, er würde die Tür nun doch aufmachen müssen, bevor sie diese zerstörte, oder jemand sich über den Krach beschwerte. Er war zwar nicht sehr erfreut darüber, aber vielleicht konnte er sie schnell abwimmeln und die Stadt schnellstens verlassen...

Er packte die restlichen Klamotten – unordentlich und zusammengeknüllt – in seine Tasche, ehe er das Zimmer öffnete...

Wie nicht anders zu erwarten, stand Lara davor. Sie hatte eine Hand, zu einer Faust geballt, gehoben und war bereit, wieder zu klopfen. Als sie Sam vor sich sah, ließ sie ihre Hand sinken. Ihr Lächeln, dass sie für gewöhnlich aufgesetzt hatte, war nichts weiter, als ein schwacher Schatten. Sie sah besorgt aus.

Hatte ich dir nicht gesagt, dass ich dich nicht wiedersehen will?“, fragte er, ließ sie aber eintreten. Er war darauf eingestellt, schnellstens zu veschwinden, aber aus irgendeinem Grund wollte er sich zumindest anhören, was sie zu sagen hatte.

Lara sah die gepackte Tasche und ihr Blick veränderte sich. Sie sah nun ein wenig... wütend aus.

Du hast doch nicht etwa vor, die Stadt zu verlassen?“, stellte sie eine Gegenfrage.

Doch, habe ich. Und zwar jetzt gleich. Hier gibt es keinen...“

Keinen Fall? Doch, den gibt es. Merkwürdige Dinge passieren und du kriegst absolut nichts mit! Hast du dir die Leute hier mal angesehen? Da wäre einmal dieser angebliche Geist... Der mit Sicherheit keiner ist. Dann wäre da dieses Gerücht über „Big Food“. Und... vorhin habe ich einen Mann mit seinem Hund sprechen gesehen... Und der Hund hat ihm GEANTWORTET! Außerdem habe ich einen kleinen Jungen beobachtet, der anscheinend zu Superman motiert ist. Und das alles in einer Stadt... Also, ich habe noch nie an Zufälle geglaubt, aber... selbgst, wenn es welche geben sollte, findest du dann nicht, dass hier ein wenig zu viele Zufälle aufeinmal sind? Und ich glaube, ich habe herausgefunden, woran es liegt!“

Sam seufzte. Er wusste nicht, woran es lag, dass er diese Person einerseits auf den Tod nicht ausstehen konnte – und das, wo er sie ja noch nicht einmal richtig kannte – und andererseits, dass er sie irgendwie... interessant fand.

Er überlegte kurz, ob er nun verschwinden sollte oder ob er sich der Sache annehmen sollte... Er entschied sich dafür, erst mal zuzuhören.

Okay, erzähl, was du rausgefunden hast.“, forderte er.

Es ist der Brunnen, Sam. Das komische, hässliche Teil, was in dem dummen Chinarestaurant steht. Man muss nur eine Münze reinwerfen, sich was wünschen.. und es wird Real! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“

Sam, der bis zu diesem Zeitpunkt an der Tür gestanden, und mit vor der Brust verschränkten Armen zugehört hatte, schüttelte den Kopf.

Du verarscht mich doch! Ich weiß nicht, was du dir von deinem Verhalten versprichtst, aber... ich kann nicht glauben, dass ich dir überhaupt zuhören. Ich glaube, du gehst jetzt besser!“, sagte er, während er die Tür wieder aufmachte, um sie raus zu lassen.

Ich werde nirgendwo hingehen, du Idiot. Erst, wenn du mir bei dieser Sache geholfen hast, lasse ich dich in Ruhe!“, antwortete sie. Sie stand am Fenster, ebenfalls mit vor der Brust verschränkten Armen. Ihre Augen hatte sie zu Schlitzen verengt...

Gut, dann gehe ich eben!“, sagte er, schnappte sich seine Tasche und verschwand durch die Tür. Er war schon am Auto, als er Laras Stimme hinter sich vernahm.

Du kannst doch jetzt nicht gehen, Sam. Was ist mit der Stadt? Was ist, wenn sie untergeht?“, rief sie ihm hinterher.

Darum kannst du dich doch kümmern. Du scheinst ja eh schon gut bescheid zu wissen. Du wirst schon einen Weg finden, das zu beenden. Ein schönes Leben noch...“

Mit diesen Worten war er in den Impala gestiegen...

18.4.10 00:44


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung